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EIKON #97 (Februar 2017)
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incl. 10 % UST exkl.

EIKON #97 (Februar 2017)

Nach der Begeisterung über die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Bilderzeugung und -bearbeitung seit den 1990ern macht sich in der künstlerischen Fotografie aktuell auch eine Renaissance der analogen Bildgewinnung bemerkbar, wie etwa Ruth Horak in einem Beitrag für die 88. EIKON-Ausgabe beobachtet hat. Künstlerinnen und Künstler, die sich heute dieser vermeintlich obsoleten Technik annehmen, wählen sie vorwiegend, um durch die Befragung des Materials, durch die Reinszenierung von genau festgelegten Produktionsprozessen oder, allgemein, durch das Erlernen des Handwerks das Fotografische per se zu analysieren und dadurch nicht zuletzt auch mehr über die gegenwärtige Medienkultur zu erfahren (im Gegensatz zu vielen kommerziellen ErzeugerInnen, die mit der heutigen Herstellung von analogem Kamera- oder Dunkelkammerequipment in erster Linie dem nostalgischen Faible ihrer KundInnen Genüge tun).
Um das bessere Verständnis analoger Prozesse und Abläufe durch künstlerische Rückgriffe auf ebendiese geht es auch in einem von Edgar Lissel initiierten Forschungsprojekt, das derzeit unter dem Titel RESET THE APPARATUS! an der Universität für angewandte Kunst Wien angesiedelt ist. Im Rahmen des Programms wird im Besonderen der nicht-vorschriftsmäßige Gebrauch von analogen Foto- und Filmapparaturen untersucht und in einem intensiven Austausch zwischen eingeladenen KünstlerInnen und TheoretikerInnen durchleuchtet. Die „künstlerischen Zweckentfremdungen“ von Instrumenten wie Diaprojektoren, analogen Kameras oder 16mm-Film-Vorführgeräten werden dabei in einer Online-Datenbank dokumentiert, die in Zukunft als Rechercheplattform für KuratorInnen und WissenschaftlerInnen dienen soll. Im vorliegenden Heft (Rubrik „Im Fokus“) geben die Projektverantwortlichen Edgar Lissel, Gabriele Jutz und Nina Jukić einen Überblick über die unterschiedlichen Zugänge zum Forschungsthema, streichen das in den ursprünglichen fotografischen wie filmischen Technologien steckende Potenzial hervor und bieten den derzeitig involvierten ProjektpartnerInnen eine Bühne zur Präsentation.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre EIKON-Redaktion
mit Nela Eggenberger
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