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EIKON #114 (Juni 2021)
15,00 EUR
incl. 10 % UST exkl.

EIKON #114 (Juni 2021)

„Eine Krise ist nie etwas Positives. Man muss zuallererst diese vielen negativen Dinge, die passieren, überhaupt erst einmal bewältigen“, so Max Hollein in einem online übertragenen Gespräch zum Thema, wie Museen in Zeiten permanenter Planungsunsicherheit agieren (1).  Dass die aktuell so herausfordernde Situation Kulturschaffende dazu zwingt, Abläufe zu hinterfragen, die Kommunikation nach außen zu optimieren oder sich ganz einfach an vollkommen neue Formate anzupassen, fördert aber zugleich ein enormes Potential ans Licht. Nicht zuletzt wurde auch die Verfasserin dieser Zeilen durch den nie da gewesenen Digitalisierungsschub zur Profiteurin der vielen nun im Netz bereitgestellten Inhalte und konnte dadurch etwa auch den eben zitierten „Sprengel-Talk“ live mitverfolgen (2).  Andererseits vermisst wohl wirklich jede/r Kunstsinnige etwa einen spontanen Ausstellungsbesuch ohne vorherigen Coronatest und Maske (wobei man schon froh sein muss, wenn die momentane Lage es überhaupt zulässt, Museen für BesucherInnen geöffnet zu halten).   
Genau wie der Umgang mit der Pandemie die Menschen spaltet, so scheinen auch in der Kunst und Kultur höchst unterschiedliche Wahrnehmungen der tiefgreifenden Umwälzungen, welche die Verlagerung in den virtuellen Raum mit sich bringt, zu kursieren. Nach über einem Jahr Covid-Krise mit all ihren Begleiterscheinungen war es jedenfalls für EIKON an der Zeit, mit „Im Fokus: Die Krise – und dann?“  eine Art Zwischenbilanz zu ziehen: So wurden insgesamt sieben verschiedene AkteurInnen der Bereiche Neue Medien und Fotografie zu ihren Beobachtungen, Erfahrungen und Lösungsansätzen befragt, deren Antworten unterschiedlich, mitunter sogar konträr, ausfallen und anhand von drei dem vorliegenden Schwerpunkt untergeordneten Beiträgen aufbereitet wurden. Die Entwicklung neuer Konzepte ist, so wie die Pandemie, wohl noch länger nicht vorbei – und wieder einmal wird deutlich, dass diese Krise nicht alle gleich trifft. Einige der neuen hybriden Programme werden weiterhin bestehen, so viel zeichnet sich jedoch schon ab. Der Rest bleibt spannend.

Nela Eggenberger
für EIKON, Juni 2021

(1) Der Sprengel-Talk „Wir werden da als veränderte Institution herauskommen“ zwischen Max Hollein, Direktor des Metropolitan Museum of Art, New York und Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museum Hannover, wurde am 24. März 2021 live per Zoom übertragen und ist weiterhin auf der Website des Sprengel Museum abrufbar.
(2) Interessant auch Holleins Beobachtung, inwiefern gerade Symposien durch Verlagerung ins Netz profitieren können.
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